90 Jahre O-Jolle, 60 Jahre Goldplakette

Berliner Meisterschaft der Olympia-Jollen 2026

Ein Erlebnisbericht aus O-Jollensicht
von Swen Froemming

In diesem Jahr feiert die O-Jolle, die einstmals für die Olympischen Spiele 1936 konstruiert worden ist ihr 90-jähriges Bestehen. Wikipedia gibt hierzu die Auskunft, dass diese außergewöhnliche Jolle zu den größten, nationalen Bootsklassen in Deutschland gehört und die Klassenvereinigung, die Internationale Olympiajollen Union, rund 500 Mitglieder umfasst. 

Auch im JSC gelangte die O-Jolle seinerzeit schnell zu großer Beliebtheit und wurde außerordentlich erfolgreich von den damaligen Clubkameraden gesegelt. Dieser Begeisterung folgend wurde durch den JSC vor genau 60 Jahren die Regatta um die Goldplakette ins Leben gerufen und ist seitdem ein fester Bestandteil des Regattakalenders.

Somit verbanden sich mit der Ausrichtung der Goldplakette gleich zwei Jubiläen, die durch die Klassenvereinigung noch zusätzlich mit der Vergabe zur Durchführung der Berliner Meisterschaft an den JSC ergänzt wurde. 

Eine bedeutende Regattaveranstaltung wartete also am 12. + 13.09.2026 auf den Joersfelder Segel–Club, die in einem besonderen Rahmen stattfinden sollte. Um dem nicht nur auf dem Wasser gerecht zu werden, wurden alle Teilnehmenden mit ihren Begleitungen nach dem ersten Wettfahrttag zu einem Bayerischen Abend in unserer Bootshalle eingeladen. Eine besonders auf die O-Jollen abgestimmte Dekoration wies dabei allen den Weg.

26 O-Jollen Segler freuten sich auf den Wettkampf und so ging es am Samstag zeitig auf den Tegeler See. Die Wettfahrleitung unter dem Vorsitz von Dr. Svenja Herziger und Hartmut Oback, unterstützt von einer erfahrenen Wassercrew legten einen Up- and-Down-Kurs aus. Bei dem vorherrschenden Westwind blieb auf den Tegeler See nicht allzu viel Variationsmöglichkeit. Wir mussten uns eine Weile gedulden bis sich der Wind soweit entwickelt und eingependelt hatte, dass fair gestartet werden konnte. Die Wettfahrt Leitung entschied sich für Disziplin zu sorgen und ließ den Startprozess unter der Flagge U stattfinden. Unbeeindruckt davon suchte ich mir einen Platz in der vordersten Reihe und freute mich nach dem Startschuss über freien Wind und eine aussichtsreiche Position. Nach den geforderten Runden kam ich recht weit vorne im Ziel an, doch dann wurde es mir zugetragen, ich war zu forsch gewesen und hatte einen Frühstart – also leider erstmal volle Punktzahl.

Also ab jetzt die richtige Balance finden ohne zu zögerlich zu sein. Das zweite Rennen verlief ähnlich, diesmal ohne Frühstart. Der Wind stellte Böen und Windlöcher parat, was besonders an der Spitze des Feldes, beim Zieleinlauf zu unerwarteten Verschiebungen führte und mir den 10 Platz einbrachte. Etwas Verwirrung kam bedauerlicherweise beim zählen der zu segelnden Runden auf, was einige veranlasste eine Extrarunde zu drehen. 

Vor dem dritten Rennen des ersten Tages wollte der Wind sich in Richtung und Stärke immer weniger festlegen und so wurde wieder gewartet, zumal es einem Teilnehmer gelungen war auf dem letzten Down-Wind-Kurs, mit seinem Boot zu kentern. Der Versuch der Wasser Crew das Boot wieder aufzurichten dauerte eben seine Zeit. Nico Thierse, der noch in der Woche zuvor bei der IDM der Finn Dinghy 2026 unter 64 Teilnehmern deutscher Vizemeister geworden war, gelang es schließlich den entscheidenden Moment zu setzen um das Boot wieder aufzurichten. Man kann nicht sagen das wir nicht mit Kompetenz ausgestattet sind.

Dann war es soweit und das dritte Rennen sollte gestartet werden, dabei drehte der Wind jedoch etwas nach links, so dass sich das Feld auf der Startlinie eher der Länge nach aufreihte. Die Boote stapelten sich dadurch am Pin End und fingen an die Nachrückenden über die Linie zu drücken. Ein unübersichtlicher Frühstart war die Folge und gleichzeitig ein Gesamtrückruf. Um nun wirklich für Disziplin an der Startlinie zu sorgen, wurde die black Flag im Startvorgang gezeigt. Das überzeugte dann doch alle, der Wind blieb sich treu und pendelte mit schön gesetzten Aussetzern, ansonsten gab es keine weiteren Zwischenfälle. Das Rennen endete für mich auf dem 9. Platz.

Es brauchte also dringend den Sonntag um mit einer brauchbaren Platzierung den schweren Rucksack des Frühstarts abstreifen zu können.

Der Sonntag brachte etwas mehr Wind, wieder aus West, jedoch zunehmend drehender. Damit sollte ich anfangs gut zurechtkommen, nur in der letzten Runde verlor ich etwas die Übersicht und so wurde es zum Abschluss noch einmal ein 10. Platz.

Zum Schluss waren es dann doch wieder die üblichen in unserer Bootsklasse, die sich die vorderen Plätze teilten, was nicht verwundert, denn schließlich waren mit Frank Lietzmann auf dem 1. Platz, der 5. der Euro 2026 und dem 3. der IDM, sowie mit Martin Pirner, auf dem 2. Platz, der 4. der IDM vertreten. Den 3. Platz sicherte sich Christian Kühn – ebenfalls Teilnehmer der Euro 2026, der bis zum Schluss in Schlagdistanz zum ersten Platz lag 

Hartmut würdigte die Berliner Meisterschaft und Goldplakette mit einer schönen Preisverteilung unter unserem prächtigen Flaggenmast und überreichte die Preise, allen voran Frank Lietzmann, der die Goldplakette, den Wanderpokal des Berliner Meisters, die Urkunde des BSV, den Preis für den Ersten und eine Erinnerungsgabe verstauen durfte.

Ein herzlicher Dank an alle aus unserem JSC, die für die perfekt organisierte Goldplakette/Berliner Meisterschaft ihre Freizeit geopfert haben um uns ein schönes Wochenende zu gestalten.

Ein besonderer Dank gilt – nicht nur von mir – dem langjährigen Unterstützer und Spender der Goldplakette, Stephan Goebel.

Swen Froemming

O GER 1178

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