Berichte Segel-Törns

SommerSegelurlaub 2019 der Junioren

Bericht über unseren Segel-Törn auf der Ostsee (SSU2019) vom 18.-31.08.2019

Unsere Sommertörns sind bereits eine Art Tradition, die sich schon über mehrere Jahre hält. Es werden Boote gechartert und dann je nachdem wo einen der Wind hin verschlägt: da geht’s hin. Jedes Jahr mit einer neuen Crew, natürlich gibt es immer ein paar Wiederholungstäter, die so viel Gefallen daran gefunden haben, sodass sie das Jahr darauf bereits Anfang des Jahres den Törn in die Urlaubsplanung mit aufnehmen. Dieses Jahr sind wir von 2 Wochen 13 Tage Segeln gegangen, haben 1 Tag an Land verbracht, waren in Dänemark, Schweden und Deutschland und uns zwei Boote zu sechszehnt geteilt. Da einige nur eine Woche dabei sein konnten, sind sie anschließend abgereist und andere dafür für die zweite Woche angereist. Immer eine Umstellung: eine neue Gruppendynamik, an die man sich erst gewöhnen und mit den Menschen warm werden musste – was trotz der Erinnerungen an die erste Woche deutlich schneller ging als erwartet.

Unterwegs haben vieles gelernt und geübt, z. B. haben wir fleißig funken geübt, da ja irgendwie mit dem anderen Boot übers Abendessen kommunizieren mussten – vor allem wenn der Vorsprung mal wieder etwas größer war: sehr hilfreich. Wir durften am eigenen Körper erfahren, wie wichtig Bootspflege und Materialcheck ist, was sich vor allem in den Unterschieden der beiden Boote (zwei Dehler 38 mit ähnlichem Baujahr) bemerkbar gemacht hat. Sichtbar wurde das vor allem dadurch, dass der Trimm, bzw. fehlende Trimm, nicht immer den gewünschten Effekt gebracht hat. Aber auch mit Knoten, navigieren und Wetterkunde haben wir uns beschäftigt, also alles Inhalte, die für einen Seeschein notwendig sind. Im Rahmen unserer Übungen des „Mann-über-Bord- Manövers“ haben wir sogar etwas Nachhaltiges für die Zukunft gemacht, indem wir nix von Board geschmissen haben und stattdessen den bereits im Wasser schwimmenden Müll eingesammelt haben. Die geangelte Beute (vor allem Ballons) zierte anschließend unsere Boote, bis wir im Hafen waren um den Müll umweltgerecht zu entsorgen.

Entsprechend unserer heutigen Zeit führten wir im Anschluss an diese Manöver etliche Diskussionen über den Umgang mit der Umwelt. Diese Diskussionen wurden nicht selten auch durch ein Positionsupdate der Malizia mit Boris Herrmann und Greta Thunberg ergänzt, welche parallel zu unserem Turn gerade den Atlantik überquert haben. Überdies hinaus haben wir einen kleinen 1.Hilfe-Crash-Kurs abgehalten und Ukulele spielen gelernt. Unsere Ukulelenkünste und die Fertigkeiten am Synthesizer wurden anschließend bei einem privaten Konzert zum Besten gegeben.

Jeden Abend haben wir gemeinsam gekocht und alle zusammen gegessen. Zusätzlich dazu dass jeder mal Koch sein durfte, hatte jeder auf unserem Boot seine eigenen Aufgaben: es gab Sicherheitsbeauftragte die ein wunderbares Seminar rund um das Anlegen der Schwimmweste gehalten haben, Logbuchschreiber und Einige beschäftigten sich mit dem Projekt der Bord-Pflanzen-Pflege. Da wir Sportler sind haben wir uns also auch entsprechend ernährt, sodass beim Einkauf drei Basilikumpflanzen den Weg zu uns fanden. Insbesondere nachdem jede Pflanze einen Namen bekommen hatte, wurde die Aufgabe zur Berufung und noch gewissenhafter ausgeführt. Die Pflanzen haben so viel Liebe erhalten, dass sie es schlussendlich sogar auf unser Gruppenbild und anschließend bis nach Berlin geschafft haben. Neben dem Abendessen wurden aber auch gelegentlich zusammen gefrühstückt, bevor wir uns wieder auf die jeweiligen Boote verabschiedet haben.

Ein Höhepunkt war sicherlich die Frühstückswanderung in der ersten Woche in Hesnaes, dafür wurde alles Notwendige eingepackt und dann sind wir zu einem wunderschönen Aussichtspunkt gewandert, wo wir dann vorzüglich gespeist und die Aussicht von der Steilküste genossen haben. Ein weiterer Höhepunkt war ebenfalls Ende der ersten Woche, wo wir so wenig Wind hatten, dass unsere Überfahrt von Nysted nach Hohe Düne zu einer Nachtfahrt unter sternklarem Nachthimmel wurde – das Abendessen wurde an diesem Abend abenteuerlich unter Fahrt mit Topf an das andere Schiff übergeben. Aber auch sonst kamen andere Gruppenaktivitäten nicht zu kurz: abgesehen von gemeinsamem abendlichen beieinander sitzen, haben wir an einem Abend die grauen Zellen angeschmissen und ein paar Rätsel-/Denkspiele gespielt, die einige Köpfe zum Rauchen brachte. Am Abend als wir an Bunkerinsel Flakfort festgemacht haben, stand schon vorher außer Frage, dass es eine Nachtwanderung durch die Bunkeranlage geben würde. Dass diese dann aber auf einem Berg mit wunderschönem Ausblick auf Kopenhagen, Malmö und die Öresundbrücke unter einem wunderschönen Sternenhimmel enden würde hatte aber niemand von uns erwartet.

Alles in allem waren es zwei Wochen voller guter Laune, viel Spaß und jeder Menge neue Freundschaften und Bekanntschaften – auch über unseren Seezaun hinaus: in der zweiten Woche schrieben wir eine Flaschenpost (natürlich aus Glas und nicht aus Plastik) und schmiss diese zwischen Gedser und Warnemünde in die Ostsee. Die Flaschenpost wurde tatsächlich ziemlich schnell gefunden, sodass wir sehr zeitnah eine Antwort erhalten haben und die Finder kamen zufälligerweise auch aus Berlin. Wie ist die Welt doch klein! Zusammengefasst waren es zwei Wochen in dem wir viel über andere, die Umwelt, Segeln und auch jeder viel über sich selbst gelernt hat.

Eines steht fest: Segelsport ist definitiv der schönste Sport! Wir warten jetzt schon gespannt auf den nächsten Törn und fiebern dem nächsten Jahr entgegen, wenn es wieder heißt Stander und Segel setzen und auf den Horizont zuzufahren.

Und so lange wird sich das Video des Urlaubs in Dauerschleife angeguckt!

Dabei waren:
Max (1. Kapitän), Christian (2. Kapitän), Paul, Jannik, Julia, Torben, Annika, Helena, Jonas, Peter, Lobosch, Max (noch einer), Matthias, Heike